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 Fröbels Briefe

brief froebel 1847 04 02

Für die Zeit zwischen 1799 und 1852 liegen von Friedrich Fröbel ca. 1700 Briefe mit insgesamt ca. 9100 Seiten vor. Das Verdienst, dieses Briefmaterial allen editorischen Maßstäben genügend wissenschaftlich aufbereitet zu haben, gebührt der Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Heiland. Zuwendungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglichten die Realisierung dieses Vorhabens, das es heute den Fröbelforschern und -freunden möglich macht, im Internet auf die
Gesamtedition der Fröbel-Briefe
auf den Seiten der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF zurückzugreifen.

Briefe erlauben im Allgemeinen die Gewinnung eines recht authentischen Bildes vom Schreiber. Trotzdem ist immer zu einem quellenkritischen Herangehen zu raten, denn selbstverständlich hat ein Schreiber gegenüber dem Adressaten immer eine bestimmte Wirkungsabsicht, die auch heute immer mit zu bedenken und zu reflektieren ist.
Für eine wissenschaftlich fundierte Arbeit ist unbedingt - wenn die Nutzung der Originale nicht möglich ist - zur Nutzung der o.g. Gesamtausgabe zu raten.

Wir geben an dieser Stelle darum auch nur einige wenige Einblicke in die Briefe Fröbels.
Auch in seinen Briefen zeigt sich bei Fröbel häufig eine schwer rezipierbare Ausdrucksweise. Martha Muchow formulierte dazu 1932:
"Die Begriffe unserer Sprache, die abheben und abgrenzen, sind schlecht geeignet, das zwischen dem Kinde und der Welt schwebend sich realisierende Leben zu schildern, wie sehr, das weiß der moderne Psychologe, der heute ähnliches sagbar zu machen hat.
Fröbels Versuch, sich ja recht deutlich zu machen, führt ihn leider oft zu mißverständlichen Formulierungen. Nur vom Sinn des Ganzen her, um dessen Verdeutlichung er an anderen Stellen glückliche Formulierungen von unerhörter Kraft des Ausdrucks findet, versteht man durch die rationalistisch anmutenden Forderungen hindurch das ganz im Gegenteil gerade nicht rationalistisch Gemeinte."
MARTHA MUCHOW:  Friedrich Fröbels Erziehungsgedanken und der moderne Kindergarten im Lichte der gegenwärtigen Kinder- und Bildungspsychologie (erschienen in: Paul Oestreich: Das Kleinkind, seine Not und seine Erziehung. Jena 1932, S. 66–77.)
Andererseits aber zeigen Fröbels Briefe eine im Vergleich zu seinen Zeitgenossen eine gut lesbar zu nennende Handschrift.

Überzeugen Sie sich davon - der hier wiedergegebene Brief wurde im Mai 1818 von Fröbel an den Möhraer Pfarrer Arnold geschieben. Darin äußerte er sich über die beiden Brüder eines "Seitenstranges" der Familie Martin Luthers, die er kurz zuvor aus dem Lutherstammort Möhra an seine Anstalt in Keilhau geholt hatte. Damit wollte Fröbel seinem "großen Glaubenshelden" ein "lebendiges Denkmal" setzen und sie in einen Stand versetzen, der es ihnen möglich machen sollte, ihrem großen Vorfahren nachzueifern.

 

 

Trotzdem gibt es Briefe, die wir hier in besonderer Weise herausheben wollen:

1. Biografische Selbstzeugnisse in umfangreichen Briefen:

Brief an Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen (1827)
Transkription
auf BBF-Seiten

AbschriftPDF 32

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ca. 75 MB; 210 min.
Brief an Karl Christoph Friedrich Krause (1828)
Transkription
auf BBF-Seiten
AbschriftPDF 32 mp3 logo
ca. 20 MB, 60 min.
Brief an die Frauen in Keilhau (1831)
Transkription
auf BBF-Seiten
AbschriftPDF 32 mp3 logo
Teil 1: ca. 60 MB; 165 min.
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Teil 2: ca. 70 MB; 200 min.

 

2. Brief Fröbels an den Preußischen König Friedrich Wilhelm IV. vom 31.10.1851

geschrieben nach dem preußischen Kindergartenverbot mit der Bitte die Fröbelsche Sache zu prüfen und den Kindergarten nicht der Zerstörung anheim zu geben.

Zur Transkription dieses Briefes auf den BBF-Seiten

[...] Eure Majestät, die Sache der Kindheit kann keiner Parthei angehören, deshalb eben steht die meine unbeschützt innerhalb des Partheitreibens. Ausschließen kann ich Niemand, der sie von mir annehmen will, weil die Kinder in jeder Parthei der rechten Erziehung bedürfen. Wird die Kindergartensache aber von der conservativen Parthei verworfen, ist die Folge, daß die Gegenparthei sie annimmt, und sie damit zur Partheisache gestemmpelt wird. In ihr selbst liegt es nimmermehr! [...]