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Der Bauplan für das neue Friedrich Fröbel Haus. (aus “Kindergarten” 2/1925)

Von Walter Gropius, Direktor des staatlichen Bauhauses in Weimar.

Unkommentierte Zitate aus o.g. Text

 

(Zu den vergrößerten Abbildungen gelangen Sie durch Klicken auf die Vorschaubilder.)

Das Gelände am Hang des bewaldeten Aschenberges in Bad Liebenstein ist seiner ganzen Lage und Umgebung nach hervorragend geeignet, um die dem Namen und Andenken Friedrich Fröbels geweihte "Kulturstätte des Kindes” hier in einem "Friedrich‑Fröbel ‑Haus" aufzubauen.

Der Bauplan des "Friedrich‑Fröbel‑Hauses" gliedert sich folgendermaßen:

1.  Das Hauptgebäude mit Kindergarten, Kinderhort, Wohnungen der Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Praktikantinnen, Badeanlagen und Lesezimmer,

2.  die an diesen Gebäudetrakt anschließende Wirtschafteabteilung und

3.  das Fröbel‑Forschungsinstitut.

In organischer Verbindung mit dem Hauptbau stehen Spielplätze, Stallbauten, Gartenanlagen und in einiger Entfernung dem Waldrand folgend

4.  die Pavillons des Kindererholungsheims…

Abb. 1, Lageplan

Abb. 2, Grundriß des Kellergeschosses

… Der Ausgangspunkt für die Grundrißbildung war die bestmögliche Himmelslage für die Spielzimmer und den anschließenden Tagesraum, die in ihrer Südost‑Südlage von Sonne und Licht durchflutet den Kindern einen gesunden und in ihrer räumlichen und farbigen Gliederung freudespendenden Aufenthalt bieten sollen. …

 

Abbildung 3,

Grundriß des Erdgeschosses

Abbildung 4,

Modellansicht

Abbildung 5,

Schaubild der Eingangsseite

Abbildung 6,

Schaubild von der Waldseite

Abbildung 7,

Grundriß des Obergeschosses

 

… Im Erdgeschoß die Zentralküche und Küchenneben­räume mit anschließendem gemeinsamen Speiseraum für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen,die Wohnung des Hausmanns sowie die Räume für den Arzt und die dazugehörigen Untersuchungszimmer und Laborato­rien.

Im Obergeschoß, sinngemäß das Bindeglied mit allen drei Abteilungen bildend, die Wohnung der Leiterin, an deren Räume sich die Gastzimmer anschließen, die zu dem Fröbel‑Forschungsinstitut überleiten.. Dieses bildet den Schlußbau der ganzen Anlage, auch in seiner Höhe alle übrigen Gebäude überragend, als geistiges Zentrum und Sammelpunkt für alle lebendigen Energien, die aus der Weiterarbeit der Ideen Friedrich Fröbels für das Kind erwachsen sind und weiter erwachsen werden.

Zum Fröbel‑Forschungsinstitut führt ein besonderer Eingang, vom Hauswart überwacht, durch ein geräumiges Vestibül.

Der große Fröbelsaal liegt im ersten Stockwerk, durch die großen Fenster nach dem Spielplatz der Kinder hin sich öffnend. In diesem Saal sollen die eigne geistige Arbeit Fröbels und die aus seinen Ideen entstandenen Schriften, Erziehungsmethoden, Beschäftigungsmittel und Spiele systematisch gesammelt und dauernd ergänzt werden mit dem Zweck, hier den lebendigen Fröbel wirksam werden zu lassen und ein umfassendes Studium zu ermöglichen.

Der Saal führt durch zwei Geschosse, auf halber Höhe sind Emporen mit Arbeitsplätzen für Fröbelforscher angeordnet, anschIießend ein Erinnerungszimmer, das persönliche Andenken an Friedrich Fröbel enthalten wird, die in Liebenstein noch verstreut aufbewahrt werden. Der Saal kann gleichzeitig für Versammlungen und Vorträge mit Lichtbildvorführungen usw. benutzt werden. So soll die Beziehung von Tradition und Leben bereits im Raumorganismus sichergestellt, ein einseitig musealer Standpunkt dagegen vermieden werden.

Nach der Waldseite zu wird das Fröbel‑ Forschungsinstitut von einem kleinen Wirtschaftsbau flankiert, der Geräteschuppen, u. a. enthält.

Die Hauptgebäudegruppe umschließt nach zwei Seiten den großen planierten Spielplatz für die Kinder, der sich an seiner Südostseite nach dem Waldhang zu öffnet. Die Grenze gegen den Waldhang bilden niedrige Stallbauten für Kleinvieh und Geflügel. Ihre Lage und Einrichtung ist derart angeordnet, daß die Kinder in stetige Verbindung mit den Haustieren gebracht, von Jugend auf zur Tierliebe und ‑pflege erzogen werden. Zwischen den Stallgebäuden und seitlich bis zur Waldgrenze liegen Blumen‑ und Gemüsebeete, deren Bestellung und Pflege durch die Kinder eigenhändig erfolgen soll. Der übrige Platz zwischen Waldgrenze und Spielplatz dient als freie Waldspielwiese. Der Spielplatz selbst ist nach der Talseite zu, der Höhenlage folgend, durch eine gebogene Terassenmauer abgegrenzt, die vom Hauptgebäude ausgehend ihren Abschluß an der großen Märchenlinde findet…

Abb. 8,

Vogelschaubild von Westen 

Abb. 9,

Schaubild eines Erholungspavillons

 

… So werden Spiel‑ und Arbeitsplätze die umgebende Natur in organische Verbindung mit den Gebäudegruppen bringen und das gesamte zur Verfügung stehende Gelände dem Dienst am Kinde nutzbar machen…

 

Die Erholungspavillons

…In nordöstlicher Richtung vom Hauptbau folgen dem Waldrand die Erholungspavillons in zwei gestaffelten Reihen von je vier Heimen, der Höhenlage des Geländes angepaßt.

Während Kindergarten und Kinderhort in der Hauptsache ortsangesessenen Kindern aus Bad Liebenstein und Umgebung dienen soll, werden die Pavillons errichtet, um auswärtige erholungsbedürftige Kinder aufzunehmen, die hier zu zehn bis zwölf unter Führung einer Schwester oder Kindergärtnerin zu einer "Familie" vereinigt, mehrwöchige Erholungskuren unter Benutzung der Stahlbäder von Liebenstein und aller übrigen Einrichtungen des Hauptgebäudes genießen können…

...Die Baupläne wurden von dem Architekten Walter Gropius in Weimar mit dem Architekten Adolf Meyer, Weimar ausgearbeitet…

Anmeldung

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Protokoll der Allgemeinen Deutschen Lehrerversammlung in Gotha, Juni 1852 - der letzten Versammlung, an der Friedrich Fröbel vor seinem Tode teilnahm:

"Zur richtigen Würdigung Friedrich Fröbels und seines pädagogischen Wirkens - S.M. Budich in

Quelle: Bildungsgeschichte Online - Katalog der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung

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